Kinder YOGA Stunde - Gefühle
Kinder Yoga Stunde - Gefühle
Jede Kinderyoga-Stunde darf ganz individuell gemeinsam mit den Kindern entsteht. Dieses Skript dient deshalb vor allem als Orientierung und Inspiration. Wahrscheinlich wirst du die Geschichte nicht Wort für Wort genauso umsetzen und genau das ist das Schöne daran. Eine besondere Kinderyoga-Stunde lebt davon, dass Kinder sich frei entfalten dürfen. Sie bringen ihre eigenen Ideen, Gedanken und Fantasien mit ein, gestalten die Geschichte aktiv mit und machen sie dadurch lebendig und einzigartig. Oft entstehen gerade in diesen spontanen Momenten die schönsten Begegnungen, Bewegungen und Gespräche. Deshalb darfst du die Geschichte jederzeit verändern, erweitern, verkürzen oder an die Bedürfnisse und Impulse der Kinder anpassen. Vielleicht möchten die Kinder ein neues Tier für ihren Gefühlswusel erfinden, eine eigene Bewegung ausprobieren oder ihren magischen Ort genauer beschreiben. All das darf Raum bekommen.
Als kleine Inspiration findest du hier mein Stundenbild, das du ganz spielerisch gemeinsam mit deinen Kindern umsetzen kannst.
Die Gefühlskarten findest du ebenfalls hier:
auf der Rückseite findest du passende Gedichte, die du nach bedarf mit einbauen kannsT.
Yogastunde - Gefühle
Ankommen
Zentrieren
Aufwärmen
Sonnengruß mit Reim
Unsere Reise zum magischen Ort und zum Gefühlswusel
Heute wollen wir uns gemeinsam auf eine ganz besondere Reise begeben. Diese Reise führt uns an einen Ort, der ganz tief in uns verborgen liegt. An einen wundervollen, zauberhaften Ort. Einen Ort, an dem wir uns sicher fühlen können. Einen Ort, an dem es ruhig ist. Einen Ort, an dem alles genau so sein darf, wie wir es brauchen. Dieser Ort liegt tief in unserem Herzen.
Seid ihr schon mal irgendwo hingereist?
Wie denn?
Ananas nachmachen:
Flugzeug
Fahrrad
Boot
Laufen
Rennen
Schwimmen?
Aber so kommen wir leider nicht an unseren Zauberort. Das schaffen wir nur über einen kleinen Trick. Setzt gemütlich hin. Vielleicht im Schneidersitz, vielleicht auf den Fersen oder einfach so, wie es sich für dich gut anfühlt. Unsere Hände dürfen auf den Knien liegen oder auf unserem Bauch.
Wir schließen langsam die Augen.
Wir atmen ein.
Und wieder aus.
Noch einmal: einatmen.
Und ausatmen.
Mit jedem Atemzug werden wir ein kleines bisschen ruhiger. Unsere Schultern dürfen weich werden. Unser Gesicht darf sich entspannen. Unser Bauch darf sich bewegen wie eine kleine Welle.
Stellt euch einmal vor: Vor euch erscheint ein leuchtender Weg. Vielleicht glitzert er golden. Vielleicht sieht er aus wie ein Regenbogen. Vielleicht besteht er aus weichem Moos oder funkelnden Sternen. Dieser Weg führt euch zu eurem magischen Ort. Von jedem sieht der magische Ort sieht anders aus.
Vielleicht ist dein magischer Ort eine wunderschöne Lichtung im Wald. Dort wachsen hohe Bäume, durch deren Blätter Sonnenstrahlen tanzen. Vögel singen leise, und der Boden ist weich und warm. Vielleicht ist dein magischer Ort ein Zimmer voller kuscheliger Kissen, Decken und kleiner Lichter.
Frage an die Kinder:
Wie sieht dein magischer Ort aus? Welche Farben gibt es dort? Was kannst du hören? Was kannst du fühlen? Wie riecht es dort?
Wir gehen nun langsam auf unserem inneren Weg weiter. Schritt für Schritt. Ganz ruhig. Ganz sicher. laufen, vorwärts, rückwärts
Und dann sind wir angekommen.
An unserem magischen Ort.
Hier dürfen wir immer hinkommen, wenn wir Ruhe brauchen. Wenn uns alles zu viel wird. Wenn wir traurig, wütend, ängstlich oder ganz aufgeregt sind. Wir müssen nur die Augen schließen, tief atmen und uns erinnern:
Mein magischer Ort ist immer in mir.
Aber wisst ihr was? Hier an diesem magischen Ort wohnt noch jemand.
Ein ganz besonderes Wesen. Es ist unser Gefühlswusel.Der Gefühlswusel lebt in uns. Er passt auf uns auf. Er zeigt uns, wie es uns gerade geht. Manchmal ist er ganz ruhig und weich. Dann sieht er aus wie eine schwebende Wolke. Unser Gefühlswusel verändert sich, je nachdem, was wir erleben.
Wenn wir einen wunderschönen Tag haben, wenn wir lachen, spielen und uns freuen, dann wird unser Gefühlswusel plötzlich ganz leicht. Er hüpft und flattert und verwandelt sich in einen bunten, fröhlichen Vogel.
Yoga-Impuls: Vogel - Gefühlskarte
Wir stehen auf, strecken die Arme zur Seite und bewegen sie sanft auf und ab. Wir flattern langsam durch unseren magischen Ort. Vielleicht zwitschern wir sogar leise.
Der fröhliche Vogel fliegt durch die Luft
(Eventuell Gefühls-Gedicht vorlesen)
Wenn wir dieses warme, kribbelnde Gefühl der Dankbarkeit in unserem Herzen spüren, wird unser Gefühlswusel vielleicht zu einem kleinen Waschbären. Er hält die Hände vor sein Herz und schaut freundlich in die Welt.
Yoga-Impuls: Dankbarer Waschbär
Wir setzen uns hin, legen die Hände auf unser Herz und atmen tief ein und aus.
Kinder wie sieht denn ein Waschbären aus? Denkt euch eine passende Asana aus
Doch manchmal ist nicht alles fröhlich. Manchmal wird es um uns herum laut, durcheinander oder trüb. Vielleicht passiert etwas, das uns aufregt. Dann weiß unser Gefühlswusel gar nicht mehr, wohin mit all den Gedanken.
Schaut mal, zu welchem Tier er dann wird?
Yoga-Impuls: Affe, Gefühlskarte Affe
Wir gehen in die Hocke oder bewegen uns wie ein kleiner Affe. Wir dürfen mit den Armen baumeln, uns vorsichtig drehen und Grimassen schneiden.
Aber dann fragen wir den Affen:
„Lieber Gefühlswusel, was brauchst du, damit du wieder ruhiger wirst?“
Langsam wird der Affe ruhiger. Er setzt sich hin. Er atmet. Und nach einer Weile wird aus dem hektischen Affen wieder unsere weiche Gefühlswusel-Wolke.
Manchmal passiert etwas, das uns richtig ärgert.
Vielleicht nimmt uns jemand etwas weg. Vielleicht sagt jemand etwas Gemeines. Vielleicht fühlen wir: „Hey! Das war nicht okay!“ Dann bläht sich unser Gefühlswusel auf. Er wird groß und stark. Seine Wolkenarme werden kräftig, seine Augen funkeln.
Zu welchem Tier wird er?
Der Bär brummt:
„Stopp! Das gefällt mir nicht! Ich will dich beschützen!“ Und wisst ihr was? Das ist erst einmal gar nicht falsch. Unsere Wut möchte uns beschützen. Sie sagt: „Hier stimmt etwas nicht.“
„Das war unfair.“ „Ich brauche eine Grenze.“
Yoga-Impuls: Gefühlskarte Bär
Wir stellen uns breit hin. Die Füße stehen fest auf dem Boden. Wir machen uns groß und stark. Unsere Arme werden zu Bärenpranken.
Wir brummen einmal tief:
„Grrrrr.“ Dann sagen wir laut und klar:
„Stopp! Das möchte ich nicht!“
Aber ein wütender Bär kann auch gefährlich werden. Wenn er einfach losrennt, brüllt oder mit seinen Pranken haut, kann er andere verletzen. Und das wollen wir nicht. Also helfen wir unserem Bären, seine Wut loszuwerden, ohne jemanden zu verletzen.
Frage: fällt euch ein, wie wir das machen können?
Yoga-Impuls: Wut
stampfen
Hände zu Fäusten ballen und öffnen sie wieder.
Einmal laut brüllen
Vulkan oder Holzfäller Atmung
Wenn der Bär sich ein bisschen ausgetobt hat, setzen wir uns zu ihm und fragen:
„Lieber Gefühlswusel-Bär, was hat dich so wütend gemacht?“
Vielleicht sagt der Bär:
„Ich wollte nicht ausgelacht werden.“
Oder:
„Ich wollte auch mitspielen.“
Oder:
„Ich fand es unfair.“
Dann können wir nicken und sagen: „Ich höre dich. Deine Wut ist wichtig. Aber wir finden einen Weg, ohne jemanden zu verletzen.“
Manchmal wird unser Gefühlswusel aber nicht wütend, sondern traurig.
Dann wird er ganz klein und weich. Er rollt sich zusammen und verwandelt sich in ein kleines Kätzchen.
Yoga-Impuls: Gefühlskarte Katze
Wir kommen auf alle Viere. Wir machen einen runden Katzenrücken und lassen den Kopf sinken. Dann strecken wir den Rücken wieder lang.
Ganz langsam.
Runder Rücken.
Langer Rücken.
Dann setzen wir uns zurück, machen uns klein wie ein Kätzchen und legen vielleicht die Stirn auf die Hände.
Wir fragen unser Gefühlswusel:
„Was brauchst du gerade?“
Vielleicht braucht es eine Umarmung.
Vielleicht braucht es Ruhe.
Vielleicht braucht es jemanden, der zuhört.
Vielleicht braucht es ein paar Tränen.
Denn Traurigkeit darf da sein. Sie ist nicht falsch. Sie zeigt uns, dass etwas in unserem Herzen berührt wurde.
Wir können unserem kleinen Wusel sagen: „Ich bin bei dir. Du bist nicht allein.“
Und dann legen wir eine Hand auf unser Herz und eine Hand auf unseren Bauch.
Manchmal aber begegnen wir einer Situation, die sich gefährlich oder fremd anfühlt.
Vielleicht kommen wir an einen neuen Ort. Vielleicht treffen wir viele neue Kinder. Vielleicht sollen wir etwas ausprobieren, das wir noch nie gemacht haben. Dann bekommt unser Gefühlswusel ein Ziehen im Bauch. Er wird ganz klein, bekommt zitternde Pfötchen und verwandelt sich???? in eine kleine Maus.
Yogaimpuls: Gefühlskarte Maus
Die Maus piepst:
„Oh je! Ich weiß nicht, ob ich das kann.“
„Was, wenn etwas passiert?“
„Was, wenn ich mich nicht traue?“
Wir machen uns ganz klein. Wir hocken uns zusammen, ziehen die Knie an und legen die Arme darum. Vielleicht verstecken wir die Nase ein bisschen. Wir spüren: So fühlt sich Angst manchmal an. Sie ist klein, aber sie kann sich im Bauch ganz groß anfühlen.
Und auch die Angst will uns beschützen. Sie sagt: „ Pass auf!“ „Schau genau hin!“ „Sei vorsichtig!“
Manchmal hat unser Gefühlswusel damit recht. Wenn wir zum Beispiel einfach über eine Straße rennen wollen, ruft sie: „Stopp! Das ist gefährlich!“
Dann können wir sagen: „Danke, lieber Wusel. Du hast mich gewarnt.“
Aber manchmal hat unser Wusel nur Angst, weil etwas neu ist.
Zum Beispiel ein Geburtstag mit vielen Kindern. Oder eine neue Gruppe. Oder eine Übung, die wir noch nicht kennen. Dann können wir unsere kleine Maus liebevoll in den Arm nehmen und sagen: „Ich weiß, dass du Angst hast. Aber wir sind nicht allein. Wir schaffen das gemeinsam.“
Denn wenn wir unsere Angst ignorieren, wird sie manchmal größer. Aus der kleinen Maus wird eine riesige Maus, die an und zieht und zerrt. Das können wir manchmal sogar im Bauch als unangenehmes Gefühl spüren.
Deshalb hören wir unseren Wusel zu.
Wir fragen:
„Wovor hast du Angst?“ „Was brauchst du, damit es dir besser geht?“
Vielleicht braucht er eine Hand, die ihn hält. Vielleicht braucht er einen tiefen Atemzug.
Vielleicht braucht er Mut.
Dann können wir sagen lieber gefühlswusel, wir brauchen jetzt Mut, verwandle dich in unser Heldenhörnchen. Und dann kann etwas Wunderbares passieren. Unser Gefühlswusel beginnt zu leuchten. Aus der kleinen Maus wird ein kleines Heldenhörnchen.
Gefühlskarte - Eichhörnchen
Es ist vielleicht noch ein bisschen aufgeregt, aber es ist mutig.
Yoga-Impuls: Held oder Krieger
Wir stellen uns fest hin. Ein Fuß geht nach vorne, ein Fuß nach hinten. Die Arme strecken sich stark aus oder nach
Wir sagen:
„Ich bin stark.“
„Ich bin mutig.“
„Ich höre auf mein Herz.“
„Ich schaffe das.“
Dann kommen wir langsam wieder zurück an unseren magischen Ort.
Unser Gefühlswusel schwebt vor uns. Vielleicht ist er wieder eine Wolke. Vielleicht trägt er noch ein bisschen Farbe vom Vogel, ein weiches Fell vom Kätzchen, starke Tatzen vom Bären, flinke Pfötchen von der Maus und ein leuchtendes Heldenherz.
Denn alle Gefühle gehören zu uns.
Freude darf da sein.
Dankbarkeit darf da sein.
Wut darf da sein.
Traurigkeit darf da sein.
Angst darf da sein.
Mut darf wachsen.
Unser Gefühlswusel ist nicht unser Feind. Er ist unser Freund. Er zeigt uns, was in uns passiert. Und wenn wir ihm zuhören, können wir besser verstehen, was wir brauchen.
Nun legen wir uns gemütlich auf den Rücken.
Schlussentspannung
Unsere Beine dürfen schwer werden.
Unsere Arme liegen weich neben unserem Körper. Die Augen dürfen geschlossen sein.
Wir reisen noch einmal an unseren magischen Ort.
Vielleicht siehst du die Lichtung im Wald.
Vielleicht dein Kissenzimmer.
Vielleicht das Meer. Vielleicht deinen ganz eigenen Herzensort. Dort wartet dein Gefühlswusel auf dich. Er schaut dich freundlich an.
Du kannst ihn fragen:
„Wie geht es dir heute?“
„Was möchtest du mir sagen?“
„Was brauchst du von mir?“
Vielleicht antwortet er mit Worten.
Vielleicht zeigt er sich dir in ein Tier.
Oder kuschelt er sich einfach zu dir.
Du musst nichts tun.
Du darfst einfach atmen.
Einatmen. Ausatmen.
Dein magischer Ort ist immer in dir.
Dein Gefühlswusel ist immer bei dir.
Und du darfst jederzeit zurückkommen, wenn du Ruhe brauchst, wenn du mutig sein möchtest oder wenn du einfach spüren willst: Ich bin sicher. Ich bin gut so, wie ich bin. Ich höre auf mein Herz.
Langsam bewegen wir die Finger.
Langsam bewegen wir die Zehen.
Vielleicht strecken wir uns einmal ganz lang.
Dann drehen wir uns auf die Seite und kommen langsam wieder zum Sitzen.
Wir legen die Hände vor unser Herz.
Schlusssatz
Kreatividee:
Gefühlswusel oder Herzensort malen
Hier findest du noch eine Gefühlsuhr die du ausdrucken und in deiner Stunde weitergeben und verwenden darfst <3
